Abi-Jahrgang 1983 des AMG Beckum © by Rudolf Grothues  (21.04.1983) Abiturientia 83 fesselte Lehrer an den Marterpfahl Pennäler spielten an ihrem letzten Schultag Indianer Beckum (pm). "Abi - Ende Howgh - an now?" Unter diesem Motto steht die Abiturientia '83 des Albertus- Magnus-Gymnasiums, die gestern ihren letzten Schultag beging. Gegen 10.20 Uhr begann eine Schülerband vor dem Hauptgebäude aufzuspielen. Unter musikalischer Begleitung wurden dann fünf Lehrer an den in der Nacht errichteten Marterpfahl gebunden. Ein Rat der ältesten Schüler verurteilte sie schließlich dazu, mit den Schülern einen Friedenstanz aufzuführen. Dem anschließenden Umzug durch das Schulgebäude folgte ein Marsch durch die Stadt, in dessen Verlauf jene Gaststätten besucht wurden, die in der Vergangenheit ihren Umsatz dank den Pennälern erhöhen konnten. Nun ließen es sich einige der Wirte natürlich nicht nehmen, ihre Gratulation zum letzten Schultag durch eine Runde zu unterstreichen. Zum Abschluß des Vormittags ging es dann nochmals zur Schule, wo die nach der letzten Unterrichtsstunde in das Lehrerzimmer zurückkehrenden Lehrer mit einem Ständchen empfangen wurden.   (27.06.1983) "Wir wünschen uns viel Glück - wir können es gebrauchen" Abiturientia 1983 vom Albertus-Magnus-Gymnasium wurde verabschiedet - 137 erhielten ihr Reifezeugnis - Zwei mit 1,0- Durchschnitt Beckum (ful). Teilweise feierlich und ernst, teilweise fröhlich und in aufgelockerter Form, so ging am Samstagmorgen für 137 Abiturienten des Albertus-Magnus-Gymnasiums in Beckum die Schulzeit offiziell zu Ende. In der großen Turnhalle der Penne - eine Aula kann diese Schule sehr zum Leidwesen von Lehrern und Schülern nicht ihr eigen nennen - hatten sich die Abiiturienta 1983, Eltern, Lehrerkollegium, die in jüngster Zeit etwas vernachlässigte Big Band der Schule, Bürgermeister Bernd Schnell, Beigeordneter Herbert Schraeder sowie Vertreter der Kirchen eingefunden, um der Abiturienta des AMG am Ende eines langen Schülerdaseins die passenden Worte mit auf den Weg zu geben. Zuvor hatte man in der St. Martin-Kirche gemeinsam einen Gottesdienst gefeiert. In der Turnhalle wurden die Anwesenden zunächst einmal musikalisch begrüßt. Karl-Heinz Buhne mit seiner Big Band zog alle Register, und man hatte den Eindruck, die jungen Musiker wollten mal so richtig zeigen, was in ihnen steckt, nachdem sie in der Fernsehsendung "Mittwochs in. . ." nicht "zu Ton" gekommen waren. Oberstudiendirektor Eberhard Krone sprach in seiner Begrüßungsrede von einem weiteren Glied in der Kette der Abiturienten, die seit 1910 die Schule verlassen hätten. So könne das Albertus-Magnus- Gymnaisium bisher auf die stolze Zahl von 2245 Abiturienten verweisen. Wie es in den nächsten Jahren weitergehen soll, vermochte er nicht zu sagen, denn neue Reformen stünden ins Haus. Welche Auswirkungen das auf den Lehrbetrieb der Schule haben werden, könne heute noch nicht vorausgesehen werden. Christian Polep als Sprecher der Abiturienta 1983 schlug in seiner Rede kritisch Töne an. Nicht, daß er mit der Schule oder gar den Lehrern hart ins Gericht ging, nein, er malte ein düsteres Bild der Zukunft, angesichts der drängenden Probleme dieser Zeit. Er stellte die Frage, ob die Jugend von Heute noch eine Zukunft habe und ob die Vergangenheit und das Erlernte ausreiche, wisse er auch nicht. Die Aussichten seien nicht rosig, sondern eher schwarz. Zum Schluß seiner Rede machte er seinen Mitstreitern und sich selbst Mut: ,Wir wünschen uns viel Glück, ich glaub', wir können es gebrauchen." Starker Beifall, nicht nur von der Abiturienta, sondern auch von Lehrern und Eltern, begleiteten die Ausführungen von Christian Polep. Die Grüße und Glückwünsche der Schulpflegschaft überbrachte der Vorsitzende Josef Tenkhoff, der den Abiturienten empfahl, nicht in grüblerisches Nachdenken zu versinken, sondern mit Beharlichkeit die gestellten Ziele anzugehen. Für die Stadt Beckum gratulierte Bürgermeister Bernd Schnell den 137 Abiturienten, den Eltern und den Lehrern. Trotz der schwierigen Zeiten sollten die jungen Menschen nicht in Resignation und Zweifel verfallen, das könnte in Fahnenflucht enden, vielmehr sollten sie ihre ganze Kraft, ihr Wissen einsetzen, um die Schwierigkeiten zu meistern. Bevor Schulleiter Eberhard Krone die Reifezeugnisse ausgab, wurden zwei Schüler besonders geehrt: Peter Hermann und Martin Horstkötter (Notendurchschnitt 1,0) ebenso auch Christiane Arendt mit einem Buchgeschenk der Chemischen Industrie, wegen guter Leistungen auf diesem Gebiet. Krone ging auch auf die Probleme der heutigen Zeit ein. In den Mittelpunkt seiner Ausführungen stellte er zunächst die physikalisch-wissenschaftliche Deutung des Begriffes "Arbeit" und leitete dann über zu den verschiedenen Deutungsweisen heutiger Zeit, Arbeit als notwendiges Ubel zur Bestreitung des Lebensunterhaltes oder aber Arbeit als blinde Arbeitswut zu sehen. Beides sei gleichermaßen schlecht. Auf die junge Generation komme heute erhöhte Verantwortung zu, denn sie müsse nach heuen Lösungen suchen, wie z. B. die Arbeit gerecht verteilt werden müsse. Trotz aller verständlicher Freude, den Abschnitt Schule hinter sich gebracht zu haben, werde man auch in künftigen Lebensabschnitten weiterlernen müssen. Bevor dann Oberstudiendirektor Krone die Zeugnisse aushändigte, wünschte er der Abiturienta 1983 Gesundheit, Glück und Zufriedenheit.